Gepostet im August, 2017

Töchter in Chefsesseln

Das neues Seminar und Forum HERbusiness ist für Familienunternehmerinnen maßgeschneidert   Der Begriff „höhere Tochter“ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung: Immer mehr Frauen übernehmen die Nachfolge in Familienunternehmen. Eine besondere Herausforderung, für die wir ein einzigartiges Seminar anbieten: HERbusiness! Wir haben die besten Trainerinnen zusammengeholt, um Familienunternehmerinnen effektiv auf ihrem so speziellen wie individuellen Weg zu unterstützen.   Mit der Journalistin Christina Mänz sprach ich über die Hintergründe, Motive und Ziele von HERbusiness.   Der Aufstieg der Töchter – immer mehr Frauen sichern die Zukunft von Familienunternehmen. Woran liegt das? Das ungeschriebene Gesetz, dass automatisch der Junior oder der Schwiegersohn an die Unternehmensspitze rückt, ist zum Glück antiquiert. Töchter sind heutzutage top ausgebildet und qualifiziert, haben ihren eigenen Stil und großes Potential. Und sie zeigen Interesse und Engagement. Derzeit wird rund jedes zehnte Familienunternehmen von einer Frau übernommen. Noch zu wenig. Aber es werden immer mehr.   Sind Töchter also die neuen besseren Söhne? Nein. Aber wenn Töchter übernehmen, ist der Wechsel oftmals weniger konfliktgeladen, da sie mit ihren Vätern einen harmonischeren, softeren Übergang gestalten. Söhne versuchen häufig, Väter schnell zu entthronen.   Von welcher Größenordnung sprechen wir hier eigentlich? Allein in Deutschland stehen jährlich in über 70.000 Familienunternehmen Führungswechsel an. Allerdings finden fast 6.000 keine geeignete Nachfolge und müssen schließen. Denn immer weniger Unternehmer-Kinder – ob Tochter oder Sohn – wollen in Vaters Fußstapfen treten.   Ist denn der vorgezeichnete Weg nicht mehr attraktiv genug? Vielen erscheint die Verantwortung zu groß, die Perspektive zu schlecht. Manchmal sind die Interessen einfach andere –  oder es überwiegt das Bedürfnis nach Freiheit und Freizeit. In diesem Zusammenhang werden Töchter manchmal auch notgedrungen für die Nachfolge von Familienunternehmen interessanter.   Welche typischen Herausforderungen warten dann auf die jungen Chefinnen? Jede Unternehmensübergabe gleicht einem Hürdenlauf. In Familienunternehmen kommt noch eine hoch emotionale Komponente und Dynamik inklusive familiärer Erwartungen und Enttäuschungen hinzu. Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Der Führungsstil von Familienunternehmern, die derzeit übergeben, ist meist patriarchalisch geprägt. Der Führungsstil von Frauen, die derzeit übernehmen, ist eher kooperativ.   Hört sich moderner an! Sagen wir ruhig weitsichtiger! Weibliche Chefs binden Mitarbeiter stark in Entscheidungen ein und übertragen mehr Verantwortung. Damit werden wichtige Leistungsträger an das Unternehmen gebunden und neue Fach- und Führungskräfte gewonnen. Gelingt ein Wandel der Führungs- und damit auch der Unternehmenskultur, ohne mit wertvollen Traditionen zu brechen, stärkt ein weiblicher Führungsstil maßgeblich die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit.   Das kann aber auch ein Ritt auf der Rasierklinge sein… Die Herausforderung liegt darin, diesen Kulturwandel konsequent und zugleich diplomatisch umzusetzen. Das heißt: Erfolge der vorherigen Generation anerkennen, Rat annehmen und gleichzeitig selbstbewusst den eignen, vielleicht auch unkonventionellen Weg finden und gehen. Letztlich gilt es, den Spagat zwischen der Tochterrolle einerseits und der Rolle der Unternehmerin, die sich nach und nach vom Vater abgrenzt und emanzipiert zu meistern. Sensibilität ist in diesem Zusammenhang entscheidend.   Was können die Senior-Chefs tun, um ihren Nachfolgerinnen den Start so reibungslos wie möglich zu gestalten? Väter sollten ihren Töchtern Freiheiten geben und die Übernahme nicht als Geburtspflicht betrachten. Sofern Wille und Begeisterung für die Übernahme da sind, hilft ein klarer Fahrplan. Dies beginnt mit der Übertragung von Anteilen, um die Rolle der Nachfolgerin von Beginn an auch im Unternehmen zu etablieren. Für die Orientierung ist es sinnvoll, dass die Tochter als Trainee alle wichtigen Abteilungen des Unternehmens kennenlernt und sich auch mit eigenen Projekten profiliert. Zudem sollte die Übergabe eindeutig vertraglich geregelt sein. Spielregeln im Miteinander helfen – gerade auch im Außenauftritt. Voraussetzung für all diese Punkte: Realitätssinn (auch für die eigene Endlichkeit), Vertrauen in die Fähigkeiten der Tochter und die Bereitschaft, wirklich konsequent los- und sie...

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